Deutsch

Was wird wohl mit unseren Pro­tag­o­nis­ten auf der Insel, die ihn einst so unlieb­sam aufgenom­men hat, passieren? Simon Ruck­er gewährt uns einen weit­eren kleinen Ein­blick in seine liebevoll aufge­baute Par­al­lel­welt. Umrahmt wird die Episode von Guzy. Der das ruhige Leben auf der Insel und die daraus ergebe­nen Gedanken­spiele mit seinem atmo­sphärischen Sound wun­der­bar einfängt.

Maria wartete irgend­wo am Ende der Welt auf mich. In Stuttgart war es ver­mut­lich inzwis­chen Herb­st gewor­den. Hier bran­nte die tro­pis­che Sonne auf meine stäh­ler­nen Schul­tern. Vom Klet­tern und Bauen war ich stark gewor­den. Ich mochte meinen Kör­p­er, berührte ihn gerne. Vielle­icht wartete sie auch nicht. Ich hat­te mir keine Robin­son-Strich­liste erstellt, nahm an, dass ich seit etwa zweiein­halb Monat­en hier war. Sie wartete nicht. Wozu auch. Ich musste in ihren Augen tot sein. Sie hat­te mich nie gebraucht. Ich hat­te sie immer ver­misst. Ich stellte mir vor, dass sie das gle­iche machte wie immer. Dachte von Zeit zu Zeit an mich. Aber dann auch mal nicht.

Es war das 21. Jahrhun­dert. Wie lange kon­nte es dauern, bis ich hier gefun­den würde? Höch­stens fünf, sechs Monate hat­te ich mir berech­net. Dann hätte ich auf irgen­deinem Radarschirm oder Com­put­er­satel­liten­pro-gramm leucht­en und piepen müssen. Kein Zweifel. Dann wäre man mich holen gekom­men. Ich hätte unter Jubel und Glück­wün­schen auf dem Schloss­platz meine Geschichte erzählt. Maria wäre auch da gewe­sen. Aber es wäre mir egal gewe­sen. Denn ich wäre frei gewe­sen. Hätte der ein­same Wolf sein kön­nen. Hätte nicht mehr darauf warten müssen, dass sie mich zu lieben begänne. Mein Bart wäre lang gewe­sen, die Haut braun. Viele Worte hätte ich nicht ver­loren. Zurück in die Busi­ness-Welt wäre ich nicht mehr gekehrt. Es reichte. Ein für alle Mal. Stattdessen wäre ich auf mein­er Veran­da gesessen und hätte Büch­er geschrieben über meine ein­same Insel. Best­seller nach Best­seller. Auf ein­er Lich­tung am Wal­drand über dem Strand hat­te ich mein Haus errichtet. Es lag wie auf einem kleinen Balkon über dem Meer. Zwis­chen Sand und den Klip­pen. Mein Haus bestand aus Pal­men­wedeln und dick­en Ästen, die ich im Wald gefun­den hat­te. Befes­tigt durch Steine so schw­er, dass ich sie ger­ade noch tra­gen kon­nte. Ob die Kon­struk­tion einem Tropen­sturm stand­hielte, wusste ich damals noch nicht, war aber guter Dinge. Im Innern gab es so viel Platz, dass ich aufrecht ste­hen kon­nte und mein Bett aus Zweigen und Blät­tern lag an der hin­teren Wand. Bei Regen war es trock­en, den Wind hielt es ab und von den Son­nen­strahlen drang wenig hinein.
Und dann sah ich es…

Die Fort­set­zung des 3. Teils und die vorheri­gen Teile find­et ihr hier:
geschichten-zeit.de/die-warnung-03/

Artist on Soundcloud:
@Guzy
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Text by:
@Simon Ruck­er
Track­list:
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Was wird wohl mit unseren Pro­tag­o­nis­ten auf der Insel, die ihn einst so unlieb­sam aufgenom­men hat, passieren? Simon Ruck­er gewährt uns einen weit­eren kleinen Ein­blick in seine liebevoll aufge­baute Par­al­lel­welt. Umrahmt wird die Episode von Guzy. Der das ruhige Leben auf der Insel und die daraus ergebe­nen Gedanken­spiele mit seinem atmo­sphärischen Sound wun­der­bar einfängt.

Maria wartete irgend­wo am Ende der Welt auf mich. In Stuttgart war es ver­mut­lich inzwis­chen Herb­st gewor­den. Hier bran­nte die tro­pis­che Sonne auf meine stäh­ler­nen Schul­tern. Vom Klet­tern und Bauen war ich stark gewor­den. Ich mochte meinen Kör­p­er, berührte ihn gerne. Vielle­icht wartete sie auch nicht. Ich hat­te mir keine Robin­son-Strich­liste erstellt, nahm an, dass ich seit etwa zweiein­halb Monat­en hier war. Sie wartete nicht. Wozu auch. Ich musste in ihren Augen tot sein. Sie hat­te mich nie gebraucht. Ich hat­te sie immer ver­misst. Ich stellte mir vor, dass sie das gle­iche machte wie immer. Dachte von Zeit zu Zeit an mich. Aber dann auch mal nicht.

Es war das 21. Jahrhun­dert. Wie lange kon­nte es dauern, bis ich hier gefun­den würde? Höch­stens fünf, sechs Monate hat­te ich mir berech­net. Dann hätte ich auf irgen­deinem Radarschirm oder Com­put­er­satel­liten­pro-gramm leucht­en und piepen müssen. Kein Zweifel. Dann wäre man mich holen gekom­men. Ich hätte unter Jubel und Glück­wün­schen auf dem Schloss­platz meine Geschichte erzählt. Maria wäre auch da gewe­sen. Aber es wäre mir egal gewe­sen. Denn ich wäre frei gewe­sen. Hätte der ein­same Wolf sein kön­nen. Hätte nicht mehr darauf warten müssen, dass sie mich zu lieben begänne. Mein Bart wäre lang gewe­sen, die Haut braun. Viele Worte hätte ich nicht ver­loren. Zurück in die Busi­ness-Welt wäre ich nicht mehr gekehrt. Es reichte. Ein für alle Mal. Stattdessen wäre ich auf mein­er Veran­da gesessen und hätte Büch­er geschrieben über meine ein­same Insel. Best­seller nach Best­seller. Auf ein­er Lich­tung am Wal­drand über dem Strand hat­te ich mein Haus errichtet. Es lag wie auf einem kleinen Balkon über dem Meer. Zwis­chen Sand und den Klip­pen. Mein Haus bestand aus Pal­men­wedeln und dick­en Ästen, die ich im Wald gefun­den hat­te. Befes­tigt durch Steine so schw­er, dass ich sie ger­ade noch tra­gen kon­nte. Ob die Kon­struk­tion einem Tropen­sturm stand­hielte, wusste ich damals noch nicht, war aber guter Dinge. Im Innern gab es so viel Platz, dass ich aufrecht ste­hen kon­nte und mein Bett aus Zweigen und Blät­tern lag an der hin­teren Wand. Bei Regen war es trock­en, den Wind hielt es ab und von den Son­nen­strahlen drang wenig hinein.
Und dann sah ich es…

Die Fort­set­zung des 3. Teils und die vorheri­gen Teile find­et ihr hier:
geschichten-zeit.de/die-warnung-03/

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Text by:
@Simon Ruck­er

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