Deutsch

Das Warten hat ein Ende. Heute erscheint der 5. Teil unser­er Episo­den-Geschichte von Simon Ruck­er. Nach­dem uns in den let­zten Kapiteln ein Ein­blick in die Gefühlswelt des Pro­tag­o­nis­ten gewährt wurde, ste­ht heute die Geschichte der Insel im Vorder­grund. Die Geheimnisse der Insel lassen den Puls der ein­samen Seele höher schla­gen und die Gedanken gegen seinen Kopf trom­meln. Fan­tasien über weit­ere Bewohn­er der Insel ent­lassen den Haupt­darsteller aus sein­er Lethargie und erre­gen ihn. Die innere Anspan­nung und das Aufgewühlt sein wer­den durch wilde Drums und Rhyth­men von unserem Gast Clapped aufgenom­men und passend musikalisch ver­ar­beit­et. Lasst euch mitreißen bis euch die stetig treiben­den Tracks in einen Trance Zus­tand ver­set­zen, wie ihn anson­sten nur Einge­borene in ihren end­losen Zer­e­monien erreichen.

Die Höh­le

An diesem Tag ließ ich den Schnaps weg. Ich brauchte meine Sinne und ich brauchte meine Kraft. Na gut, ich geste­he. Einen kleinen Schluck nahm ich zu mir. Aber der zählt nicht. Ich legte eine aus­re­ichende Schicht Farn­wedel auf das Feuer, die Sonne ging mit hoher Geschwindigkeit über der schar­fen Lin­ie des tro­pis­chen Hor­i­zontes auf. Ver­dammte Hitze. Ver­dammte Sonne. Bald würde sie mir wieder den Schweiß aus allen Poren meines Kör­pers pressen. Meinen Scharf­sinn bedrängen.

Etwa eine Stunde später stand ich unter der Fel­swand, in der das schwarze Loch gäh­nte. Den Pfad hier her­auf war ich zwar schon ein paar Mal gegan­gen, doch an diesem Tage kam mir alles bedeu­tend vor. Mehr kleine Details blieben in mein­er Erin­nerung hän­gen. Alles um mich herum war von ein­er merk­würdi­gen Schwere erfüllt. Um des Zyk­lopen Auge endgültig erre­ichen zu kön­nen, musste ich noch etwa zwanzig Meter in der Fel­swand nach oben klet­tern. Von hier an war der Weg für mich neu. Ich zog mich nach oben. Felsvor­sprung um Felsvor­sprung. Es war gar nicht so schw­er, wie ich befürchtet hat­te. Es war leichter als gedacht.

Nach ein paar Minuten zog ich mich über den Rand der Höh­le hin­auf. Ließ mich etwas außer Atem zu Boden sinken. Gänse­haut. Aus der Dunkel­heit strömte mir küh­le Luft ent­ge­gen. Diesen Moment werde ich niemals mehr vergessen kön­nen, dachte ich. Ich denke heute, dass ich mir des Gewichts des Zeit­punk­tes schon sehr bewusst war. Auch hier, während ich der furchter­re­gen­den Maske tief in ihre wider­lichen Augen schaue, weiß ich, dass es dieser Moment war, in dem die Dinge ihren Lauf nah­men. Die Aus­sicht von dort oben war atem­ber­aubend. Zwar war ich nicht viel weit­er oben als im Wald, jedoch standen mir hier keine Bäume und Pal­men im Weg herum. Die Aus­sicht war atem­ber­aubend, ist es noch heute. Ich war im Paradies gefan­gen. Mit meinen vom Klet­tern zit­tern­den Armen stemmte ich mich nach oben, spürte den kühlen Fels unter mir. Schwindel pack­te mich, während sich meine Augen langsam an die Fin­ster­n­is gewöhnten.

Die bei­den Matratzen waren das erste, was sich aus der Schwärze her­auss­chälte. Sie bracht­en meinen Puls schon auf drei­hun­dert­ne­un­zig und pumpten mir das Adren­a­lin durch die Organe. Dann mate­ri­al­isierte sich die schwere hölz­erne Truhe mit dick­en Met­allbeschlä­gen vor dem Gestein. Was war das hier? Ich fin­gerte mit fahri­gen Bewe­gun­gen die aus dem Treibgut stam­mende Lampe her­vor, rutschte ab, als ich den Schal­ter drück­en wollte, dann nochmal, geri­et in Panik. Was zum Teufel?

Die Fort­set­zung des 5. Teils und die vorheri­gen Teile find­et ihr hier:
geschichten-zeit.de/die-warnung-05/

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@Clapped
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@Clapped
Text by:
@Simon Ruck­er
Track­list:
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Das Warten hat ein Ende. Heute erscheint der 5. Teil unser­er Episo­den-Geschichte von Simon Ruck­er. Nach­dem uns in den let­zten Kapiteln ein Ein­blick in die Gefühlswelt des Pro­tag­o­nis­ten gewährt wurde, ste­ht heute die Geschichte der Insel im Vorder­grund. Die Geheimnisse der Insel lassen den Puls der ein­samen Seele höher schla­gen und die Gedanken gegen seinen Kopf trom­meln. Fan­tasien über weit­ere Bewohn­er der Insel ent­lassen den Haupt­darsteller aus sein­er Lethargie und erre­gen ihn. Die innere Anspan­nung und das Aufgewühlt sein wer­den durch wilde Drums und Rhyth­men von unserem Gast Clapped aufgenom­men und passend musikalisch ver­ar­beit­et. Lasst euch mitreißen bis euch die stetig treiben­den Tracks in einen Trance Zus­tand ver­set­zen, wie ihn anson­sten nur Einge­borene in ihren end­losen Zer­e­monien erreichen.

Die Höh­le

An diesem Tag ließ ich den Schnaps weg. Ich brauchte meine Sinne und ich brauchte meine Kraft. Na gut, ich geste­he. Einen kleinen Schluck nahm ich zu mir. Aber der zählt nicht. Ich legte eine aus­re­ichende Schicht Farn­wedel auf das Feuer, die Sonne ging mit hoher Geschwindigkeit über der schar­fen Lin­ie des tro­pis­chen Hor­i­zontes auf. Ver­dammte Hitze. Ver­dammte Sonne. Bald würde sie mir wieder den Schweiß aus allen Poren meines Kör­pers pressen. Meinen Scharf­sinn bedrängen.

Etwa eine Stunde später stand ich unter der Fel­swand, in der das schwarze Loch gäh­nte. Den Pfad hier her­auf war ich zwar schon ein paar Mal gegan­gen, doch an diesem Tage kam mir alles bedeu­tend vor. Mehr kleine Details blieben in mein­er Erin­nerung hän­gen. Alles um mich herum war von ein­er merk­würdi­gen Schwere erfüllt. Um des Zyk­lopen Auge endgültig erre­ichen zu kön­nen, musste ich noch etwa zwanzig Meter in der Fel­swand nach oben klet­tern. Von hier an war der Weg für mich neu. Ich zog mich nach oben. Felsvor­sprung um Felsvor­sprung. Es war gar nicht so schw­er, wie ich befürchtet hat­te. Es war leichter als gedacht.

Nach ein paar Minuten zog ich mich über den Rand der Höh­le hin­auf. Ließ mich etwas außer Atem zu Boden sinken. Gänse­haut. Aus der Dunkel­heit strömte mir küh­le Luft ent­ge­gen. Diesen Moment werde ich niemals mehr vergessen kön­nen, dachte ich. Ich denke heute, dass ich mir des Gewichts des Zeit­punk­tes schon sehr bewusst war. Auch hier, während ich der furchter­re­gen­den Maske tief in ihre wider­lichen Augen schaue, weiß ich, dass es dieser Moment war, in dem die Dinge ihren Lauf nah­men. Die Aus­sicht von dort oben war atem­ber­aubend. Zwar war ich nicht viel weit­er oben als im Wald, jedoch standen mir hier keine Bäume und Pal­men im Weg herum. Die Aus­sicht war atem­ber­aubend, ist es noch heute. Ich war im Paradies gefan­gen. Mit meinen vom Klet­tern zit­tern­den Armen stemmte ich mich nach oben, spürte den kühlen Fels unter mir. Schwindel pack­te mich, während sich meine Augen langsam an die Fin­ster­n­is gewöhnten.

Die bei­den Matratzen waren das erste, was sich aus der Schwärze her­auss­chälte. Sie bracht­en meinen Puls schon auf drei­hun­dert­ne­un­zig und pumpten mir das Adren­a­lin durch die Organe. Dann mate­ri­al­isierte sich die schwere hölz­erne Truhe mit dick­en Met­allbeschlä­gen vor dem Gestein. Was war das hier? Ich fin­gerte mit fahri­gen Bewe­gun­gen die aus dem Treibgut stam­mende Lampe her­vor, rutschte ab, als ich den Schal­ter drück­en wollte, dann nochmal, geri­et in Panik. Was zum Teufel?

Die Fort­set­zung des 5. Teils und die vorheri­gen Teile find­et ihr hier:
geschichten-zeit.de/die-warnung-05/

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Text by:
@Simon Ruck­er

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