Home Podcast Deep Story #84 | dunkles Geheimnis | Clapped

Deep Story #84 | dunkles Geheimnis | Clapped

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Das Warten hat ein Ende. Heute erscheint der 5. Teil unserer Episoden-Geschichte von Simon Rucker. Nachdem uns in den letzten Kapiteln ein Einblick in die Gefühlswelt des Protagonisten gewährt wurde, steht heute die Geschichte der Insel im Vordergrund. Die Geheimnisse der Insel lassen den Puls der einsamen Seele höher schlagen und die Gedanken gegen seinen Kopf trommeln. Fantasien über weitere Bewohner der Insel entlassen den Hauptdarsteller aus seiner Lethargie und erregen ihn. Die innere Anspannung und das Aufgewühlt sein werden durch wilde Drums und Rhythmen von unserem Gast Clapped aufgenommen und passend musikalisch verarbeitet. Lasst euch mitreißen bis euch die stetig treibenden Tracks in einen Trance Zustand versetzen, wie ihn ansonsten nur Eingeborene in ihren endlosen Zeremonien erreichen.

Die Höhle

An diesem Tag ließ ich den Schnaps weg. Ich brauchte meine Sinne und ich brauchte meine Kraft. Na gut, ich gestehe. Einen kleinen Schluck nahm ich zu mir. Aber der zählt nicht. Ich legte eine ausreichende Schicht Farnwedel auf das Feuer, die Sonne ging mit hoher Geschwindigkeit über der scharfen Linie des tropischen Horizontes auf. Verdammte Hitze. Verdammte Sonne. Bald würde sie mir wieder den Schweiß aus allen Poren meines Körpers pressen. Meinen Scharfsinn bedrängen.

Etwa eine Stunde später stand ich unter der Felswand, in der das schwarze Loch gähnte. Den Pfad hier herauf war ich zwar schon ein paar Mal gegangen, doch an diesem Tage kam mir alles bedeutend vor. Mehr kleine Details blieben in meiner Erinnerung hängen. Alles um mich herum war von einer merkwürdigen Schwere erfüllt. Um des Zyklopen Auge endgültig erreichen zu können, musste ich noch etwa zwanzig Meter in der Felswand nach oben klettern. Von hier an war der Weg für mich neu. Ich zog mich nach oben. Felsvorsprung um Felsvorsprung. Es war gar nicht so schwer, wie ich befürchtet hatte. Es war leichter als gedacht.

Nach ein paar Minuten zog ich mich über den Rand der Höhle hinauf. Ließ mich etwas außer Atem zu Boden sinken. Gänsehaut. Aus der Dunkelheit strömte mir kühle Luft entgegen. Diesen Moment werde ich niemals mehr vergessen können, dachte ich. Ich denke heute, dass ich mir des Gewichts des Zeitpunktes schon sehr bewusst war. Auch hier, während ich der furchterregenden Maske tief in ihre widerlichen Augen schaue, weiß ich, dass es dieser Moment war, in dem die Dinge ihren Lauf nahmen. Die Aussicht von dort oben war atemberaubend. Zwar war ich nicht viel weiter oben als im Wald, jedoch standen mir hier keine Bäume und Palmen im Weg herum. Die Aussicht war atemberaubend, ist es noch heute. Ich war im Paradies gefangen. Mit meinen vom Klettern zitternden Armen stemmte ich mich nach oben, spürte den kühlen Fels unter mir. Schwindel packte mich, während sich meine Augen langsam an die Finsternis gewöhnten.

Die beiden Matratzen waren das erste, was sich aus der Schwärze herausschälte. Sie brachten meinen Puls schon auf dreihundertneunzig und pumpten mir das Adrenalin durch die Organe. Dann materialisierte sich die schwere hölzerne Truhe mit dicken Metallbeschlägen vor dem Gestein. Was war das hier? Ich fingerte mit fahrigen Bewegungen die aus dem Treibgut stammende Lampe hervor, rutschte ab, als ich den Schalter drücken wollte, dann nochmal, geriet in Panik. Was zum Teufel?

Die Fortsetzung des 5. Teils und die vorherigen Teile findet ihr hier:
geschichten-zeit.de/die-warnung-05/

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Text by:
@Simon Rucker
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