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Deep Story #28 | Mangroove | By Slow P

Schon neigt sich unser kleines Reiseblog-Intermezzo dem Ende zu. Jedoch ist kein Bericht über Sri Lanka abgerundet ohne ein paar Worte über Mutter Natur zu verlieren.

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten müsste zumindest beim Thema Natur seinen Titel teilen.
Sri Lanka hat auf engsten Raum ungefähr so viele Vegetationszonen wie ein Zoo. Was wohl mit der sehr verwirrenden klimatischen Lage zusammenhängt. Südwestmonsun in den Monaten die ein A enthalten und Nordostmonsun an Tagen an denen Wiederholungen des letzten großen Cricketturniers im TV kommen. Während sich die Regengebiete abhängig von der letzten Wasserstandsvorhersage in wunderbaren Blumenmuster über die ganze Insel verteilen. Aus solchen Beschreibungen zum Thema Reisewetter haben wir als unverbesserliche Optimisten geschlossen, dass Sri Lankas Natur wohl zu jeder Jahreszeit seinen Zauber entfaltet. So war es dann auch. Dschungel, Mangrovenwald, Steppe und Sandstrand zeigten sich von ihrer besten Seite. Jeder Tag hielt eine neue eigene Welt bereit, die so gar nicht zur vorherigen passen wollte. War man vormittags noch dem Himmel so nah, dass man die Wolken kitzeln konnte, sah man abends schon wieder den Kühen beim schlafen am Strand zu. Wobei das zentrale Hochland sich bestens als Ausgangspunkt einer Reise eignet. Von hier aus kann man am „Worlds End“ schon mal Ausschau halten, welchen Nationalpark man in zwei Tagen besuchen möchte. Aber nur wenn man früh aufsteht. Denn an diesem magischen Ort in den „Horton Plains“ kann man nur vormittags in die unendlichen Weiten starren. Wer zu spät kommt, kann aufgrund des dichten Nebels seinen Nebenmann nicht mehr erkennen.
Neben den wunderbaren Aussichten und Wandertouren, bei denen teilweise noch benutzte Gleise als Pfad herhalten müssen, sind vor allem die einsamen Strände besonders beeindruckend. Nur die starken Strömungen können den Spaß etwas bremsen. Es sei denn man befindet sich an den nicht so einsamen Stränden im Westen der Insel. Wo mutige Hotelbetreiber und Barbesitzer den Strand erobert haben, sodass für die Touristen während der Flut der Strandspaziergang in Wasser fällt. Denn hier sind die Strände schmaler als das Budget von Backpackern. Dafür sitzt man abends mit seinen Bier direkt an der rauen See und könnte in der Nacht von den Tanzflächen der Strandbars direkt in den indischen Ozean springen. In einer dieser Bars erlebten wir an nur einen Abend ein wunderbares Dinner, einen Kindergeburtstag, einen Heiratsantrag und eine Houseparty mit feinsten mangroovigen Sounds. Mit so viel Abwechslung kann wohl kaum ein europäischer Club mithalten.

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