Home Podcast deep story nr. 170 | exhaustion | by John Evexc

deep story nr. 170 | exhaustion | by John Evexc

Da ich an meinem ersten ComRa Event nicht weiter negativ auffallen will, mache ich mich an die Arbeit. Wie eine emsige Ameise Schultere ich gefühlt mehr Bier als mein eigenes Körpergewicht beträgt und suche mir einen Weg durch die feiernde Meute zu den Theken. Eine Zeit lang erfordert diese Aufgabe meine volle Konzentration, doch bald gehen die Handgriffe über in Routine und mein Kopf bekommt wieder mehr Freiraum um abzuschweifen. Fragen, die ich durch die harte Arbeit erfolgreich verdrängt hatte, bahnen sich ihren Weg in mein Bewusstsein. Was hat es mit den merkwürdigen Daten auf sich, die ich entdeckt habe. Stehen diese vielleicht in Verbindung mit den mysteriösen Angaben die auf den Kapseln gespeichert sind, auf die ich bei der Einlasskontrolle nicht zugreifen konnte? Warum werden überhaupt so viele Daten über die Raver gesammelt? Und von was für einem Tagessoll hat der Mann im „Maschinenraum“ gesprochen?
Während ich wie ein automatisierter Roboter über Tanzfläche laufe und in meinem Kopf über die vergangenen Geschehnisse grübele, stolpere ich über etwas, das am Boden liegt. Plötzlich bin ich mit meinen Gedanken wieder im Hier und Jetzt und erkenne eine Person, die am Boden liegt. Der junge Mann ist völlig verschwitzt und scheint keinen Funken Kraft mehr im Körper zu haben. Die anderen Menschen um uns herum, bemerken den Mann auf dem Boden gar nicht. Sie tanzen weiter wild und ekstatisch. Ich helfe dem Mann auf und erkenne die Person wieder. Wir sind uns schon häufig bei Raves begegnet. Ohne meine Hilfe kann er nicht gehen. Ich bringe ihn an den Rand der Tanzfläche, wo er sich hinsetzen kann ohne zertrampelt zu werden. Langsam kommt er wieder zu Kräften.
Auf meine Frage was denn passiert sei, antwortete er, dass er nicht mehr aufhören konnte zu tanzen. Jeder Track der gespielt wurde, war einfach mitreißend und das Set wurde von Minute zu Minute intensiver. An eine Pause war angeblich nicht zu denken, auch weil immer wieder ComRa Mitarbeiter vorbeigekommen sind, die zum weitertanzen motiviert haben. Irgendwann haben ihm einfach die Kräfte verlassen und er sei zusammengesackt.  Im nächsten Moment stand Lighter neben uns. „Gut das du so schnell gehandelt hast, ich übernehme ab hier.“ Er beugt sich zu mir herüber und flüstert mir ins Ohr „Da hat wohl jemand zu tief ins Glas geschaut. Ich werde dafür sorgen, dass er Wasser bekommt und dann sicher nach Hause kommt.“ Bevor ich etwas erwidern kann, hilft Lighter bereits dem Gast hoch und redet ihm gut zu. Er geht mit ihm rüber zur nächsten Bar und lässt mich alleine stehen. Mir kommen Zweifel an der Version von Lighter. Der Mann hatte keine Fahne und trank auch ansonsten fast keinen Alkohol. So viel habe ich über den Raver bei unseren bisherigen Begegnungen mitbekommen. Da bin ich mir sicher, auch wenn ich mich nicht an seinen Namen erinnern kann. Warum haben die ComRa Mitarbeiter ihn aufgefordert immer weiter zu tanzen, wenn er doch offensichtlich bereits völlig erschöpft war?

 

Since I did not want to attract further negative attention at my first ComRa event, I got back to work. Like a busy ant, I carried more beer than my own body weight and looked for a way through the raving crowd to the bars. For a while, this task required my full concentration, but soon the hand movements turned into routine and my mind got more space to wander again. Questions that I had successfully suppressed through the hard work made their way into my consciousness. What is it about the strange datacenter that I had discovered? Are they perhaps related to the mysterious data stored on the capsules, for which I lacked the authority to access? Why is so much data being collected on the ravers in the first place? And what kind of daily target was the man in the control room talking about?
As I walked across dance floors like a robot, mulling over past events in my head, I stumbled across someone lying on the ground. Suddenly, my thoughts were back in the here and now and I recognized the person who was lying on the floor. The young man was completely sweaty and didn’t seem to have an ounce of strength left in his body. The other people around us, did not notice the man on the floor at all. They continued to dance ecstatically. I helped the man back on his feet and recognized the person. We had met many times before at raves. He was unable to walk without my help. I brought him to the edge of the dance floor where he could sit down without being trampled. Slowly he regained his strength.
When I asked him what happened, he replied that he couldn’t stop dancing. Every track that was played was just rousing and the set got more intense by the minute. There was reportedly no thought of a break, partly because ComRa staff kept coming by to motivate them to keep dancing. At some point his strength simply left him and he collapsed.
The next moment my colleague ‘Lighter’ was standing next to us. „Good thing you acted so quickly, I’ll take care from him from here.“ He leaned over to me and whispered in my ear „Looks like someone’s had too much to drink. I’ll make sure he gets water and then gets home safely.“ Before I could say anything back, Lighter was already leaving the scene with the guest. He walked him over to the nearest bar, leaving me standing alone. I started to have doubts about Lighter’s version of this incident. The man never drank alcohol at past events. That’s how much I remembered about the raver from our previous encounters. I was really sure about that, even if I couldn’t recall his name. Why did the ComRa staff keep asking him to keep to dance while he was obviously already completely exhausted?

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Text by:
@The Doubljuh
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