Home Podcast Deep Story #35 | Man muss das schöne ein wenig suchen | By Mar10n

Deep Story #35 | Man muss das schöne ein wenig suchen | By Mar10n

Heute können wir euch einen neuen Geschichtenschreiber in unseren Kreis vorstellen. Simon reist mit offenen Augen durch die weite Welt und hält seine Erlebnisse in seinen sehr charmanten Reiseblog fest. Staunend, ehrlich, hinterfragend und herzlich schildert er seine Begegnungen mit Mensch und Natur. Wir hoffen ihr genießt seine Premieren-Geschichte bei uns!

Wir steigen in den nächsten Bus und fahren zum Eingang in den Tayrona-Nationalpark bei Calabazo. Im Kiosk dort – man kann sogar mit Kreditkarte bezahlen – kaufen wir liter-weise Wasser. Und dann geht es steil bergauf. Nach ungefähr zehn Sekunden sind wir völlig durchnässt, der Aufstieg ist heiß, anstrengend und staubig. Irgendwo steht ein altes Auto am Straßenrand. Ich wundere mich, wie es da hingekommen ist, den Weg kann es auf jeden Fall nicht gefahren sein. Bleibt eigentlich nur per Hubschrauber.
Merkwürdig. An einer kleinen Hütte, als wir den Aufstieg hinter uns und den Dschungel des Tayrona-Nationalparks vor uns haben, trinken wir wieder einen frisch gepressten Orangensaft, dass es die überall gibt: eines der besten Dinge in Kolumbien. Von hier ist es dann nicht mehr weit bis zu der Abzweigung nach links in den Dschungel und dann ist der Weg wirklich so, wie ich ihn mir gewünscht habe. Riesige Bäume, undurchdringliches Dickicht, kleine Affen sitzen auf den Ästen und aus der Ferne hören wir das Donnern der Brüllaffen.
Es geht an einem kleinen Flusslauf entlang den Hügel hinunter, es ist dunkel und schattig, der Boden feucht, hier und da krabbeln größere Spinnen herum. Außer uns ist hier nie-mand, endlich haben wir den Tayrona-Nationalpark für uns alleine. Der Weg wird wieder steiler und nach etwa einer weiteren Stunde lichtet sich der Wald allmählich und wir sehen zum ersten Mal wieder das karibische Meer in seinem vollkommenen Blau vor uns liegen. Wir haben das Geheimnis des Tayrona-Nationalparks endlich vor uns, als wir aus dem Dschungel heraus auf eine große Wiese treten, die Playa Brava.
Auf der Wiese stehen ein paar Hütten, Menschen sind zunächst keine zu sehen. Als wir an der ersten Hütte vorbeikommen, sehen wir, dass zwei Männer darin sitzen und sich unterhalten. Als sie uns sehen, kommt einer der beiden heraus und begrüßt uns fröhlich. Das hier sei ein Hotel, man könne in einer der Hütten schlafen. Es gebe private Zimmer und Gemeinschaftsschlafräume. In diesem Hotel möchte ich einmal wohnen, auch wenn es mehrere Stunden zu Fuß dorthin sind.
Und wieder haben wir ein Stück vom Paradies gefunden. Dieses Mal hier im Tayrona-Nationalpark. Die Bucht ist weit und, wie ihr Name verspricht, wild. Wir sind die einzigen Menschen. Hinter uns geht es steil in die Hügel hinauf, der Nebel hängt über dem Dschungel, hier unten brennt die Sonne weiter. An den Palmen hängen wir unsere schweißgetränkten Kleidungsstücke auf und legen uns im Schatten einer Palme in den Sand. Diese Momente sind es, die es mir leicht machen, zu verstehen, warum ich jeden Tag etwas neues sehen will.
Stunden später und völlig erledigt liege ich mit einem kühlen Bier in der Hängematte. Es ist wieder Nacht um mich herum. Ich bin glücklich, hier zu sein. Man muss das Schöne ein wenig suchen, dann wird man es auch irgendwann finden.

Musikalisch unterlegt wird dieser Trip durch den Dschungel von Martin aus Dänemark. Er fängt die besondere Stimmung der Einsamkeit des Einzelnen welcher sich in der lebhaften Natur verliert ein und formt dadurch zusammen mit Simon eine deep story, die einen immer tiefer in den Dschungel treibt und zu Erkenntnissen führt.

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Text by:
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